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Slow Photography

"Die Wiederentdeckung der Langsamkeit” ist in vielen Lebensstilen seit einigen Jahren ein Trend oder eine Lebenseinstellung geworden. Zählt "Slow Photography" auch zur "Slow-Bewegung"? Jedenfalls habe ich diese Art der Fotografie seit einigen Jahren für mich entdeckt und nun versucht eine Definition bzw. Beschreibung dafür zu finden. Ich freue mich sehr, dass meine Gedanken darüber als Gastautor für das Fotografie-Magazin "Kwerfeldein" veröffentlicht worden sind:

 

"Slow Photography" - der Versuch einer Beschreibung von Bernd Grosseck 

 

In dieser Woche stieß ich auf die Homepage der Fotografin Nadine WilmannsSie war vor kurzem Gastautorin für Michael Omori Kirchner und hat einen Artikel über Lockdown-Fotografie geschrieben. Ihr Beitrag ist lesens- und ihre Homepage ist sehenswert. Auf Ihrer Webseite entdeckte ich unter dem Titel "Halte die Zeit an", die zur "Slow Photography" wunderbar passenden Sätze: "Durch den Sucher der Kamera... konzentrieren wir uns auf das, was vor unserer Kamera ist. Wir sind dazu aufgefordert stehen zu bleiben, ruhig zu werden und uns ganz auf das einzulassen, was wir sehen. Dadurch, dass unsere Aufmerksamkeit ganz auf den Augenblick gerichtet ist, steht die Welt einen Moment lang still"  

 

 

Diesen Aussagen, die Nadine Wilmanns mit den o.a. Worten getroffen hat, schließe ich mich in vollem Umfang an. Auch ich versuche mich immer wieder nur auf das zu konzentrieren, was ich vor mir sehe und mich auf den Augenblick zu fokussieren. Sich ganz auf das einzulassen, was gerade vor einem ist und dann in Folge im Sucher aufscheint, hilft Motive zu finden, an denen man sonst vielleicht vorbeigegangen wäre. Und die Welt um mich ist beim Fotografieren der Bilder, die ich für diesen Beitrag ausgesucht habe, auch einen Moment lang still gestanden, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Die Fotos entstanden jeweils bei Spaziergängen, bei denen ich die Kamera mithatte und die Motive kamen plötzlich und ungeplant. Ich war zur richtigen Zeit aufmerksam am richtigen Ort und konnte mich auf das einlassen, was ich sah.   

 

Die ersten vier Bilder zu diesem Artikel habe ich am Silvestertag 2020 am Vormittag bei einem Spaziergang in der Weststeiermark nahe Stainz aufgenommen. Die letzten vier Fotos sind Mitte Januar 2019 im Sausal in der südlichen Steiermark entstanden und harmonieren meines Erachtens gut mit den aktuellen Bildern.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    kurt (Samstag, 09 Januar 2021 13:35)

    Ich habe deinen Beitrag bis jetzt mehrmals gelesen und finde in immer wieder sehr beeindruckend. Auch die Worte von Nadine Wilmanns zur Slow Fotografie treffen genau den Punkt.
    Ich finde mein tun durch diese Aussagen bestätigt. Den Ausdruck "Slow Fotografie" kannte ich bislng nicht.
    ...schönes Wochenende, liebe Grüße Kurt

  • #2

    Nadine Wilmanns (Samstag, 09 Januar 2021 19:47)

    Ohhh das freut mich wirklich sehr, dass Ihnen mein Beitrag gefallen hat und vielen lieben Dank, dass Sie mich in Ihrem aktuellen Post verlinkt haben! Ihr Beitrag zur "Slow Photography" gefällt mir auch sehr gut - und die Bilder! Übrigens gibt`s dazu ein interessantes Buch, das Ihnen gefallen könnte: Es heißt "Freude am Sehen" von Hiltrud Enders und sie hat ihren eigenen Fachbegriff dafür: "Miksangfotografie". Ihre Homepage heißt entsprechend www.miksang-fotografie.de

    Weiterhin viel Spaß beim "langsamen Fotografieren";-) Liebe Grüße!

  • #3

    Werner (Sonntag, 10 Januar 2021 12:18)

    Danke für das Teilen der Gedanken: Sowohl hier, als auch als Gastautor bei Kwerfeldein.
    Ein offensichtlich bedeutendes (fotografisches) Thema. Die Menschen sehnen sich (augenscheinlich) nach einer Langsamkeit, die im Alltag oft kaum mehr zu finden ist (außer in sich selbst).
    Lassen wir es langsam angehen.
    Viele Grüße und alles Gute,
    Werner

  • #4

    Bernd (Sonntag, 10 Januar 2021 14:07)

    Danke, dass Ihr Euch die Zeit für die Kommentare genommen habt und für das positive Echo auf meinen Artikel bzw. Bilder. Zeit ist ja ein kostbares Gut, das man im Laufe der Jahre immer mehr zu schätzen lernt, umso mehr können die vielen Aspekte der "Slow-Bewegung" als Ausgleich zu unserer schnelllebigen Zeit positiv für unser Leben sein. Die von Nadine Wilmanns angesprochene kontemplative Fotografie in Form der "Miksangfotografie" könnte für viele, die sich mit "Slow-Photography" beschäftigen eine gute Vertiefung dieses Themas sein.

  • #5

    Bernhard (Montag, 11 Januar 2021 18:50)

    Sehr eindrückliche und teilweise minimalistische Bilder.

    Sehr schön!

    LG Bernhard