36 Tunnel. Danach ? Mitten in Friaul.

36 Tunnel von Graz gilt es zu durchfahren, um in die Ebene vor Udine zu kommen und dann wird das häufige Reiseziel "Obere Adria" bald erreicht. Das Kind auf der Rückbank hat fleißig mitgezählt. Dennoch ersuche ich diese Zahl ohne Gewähr zu sehen, da die Konzentration des Fahrers, der selbstverständlich auch zum Mitzählen aufgefordert worden ist, irgendwo zwischen 23 und 27 nachgelassen hat...  . Wenn man allerdings zwischen Tunnel 20 und 30 die Autobahn einmal verlässt, kommt man in eine Gegend, die eine Fülle an Fotomotiven bereit hält. Nur die Antwort auf die Frage: `Wann kann man das Meer sehen?" sollte gut überlegt werden, denn einmal von der Autobahn auf eine Landstraße gewechselt, könnte bedeuten, dass man aufgrund der vielfältigen Landschaft, die man nun sieht, zum Bleiben animiert wird und somit etwas länger zum Meer braucht... . 

Friaul Julisch Venetien bietet u.a. kulturhistorisch, landschaftlich oder auch kulinarisch eine unheimliche Vielfalt. Die Provinzhauptstädte sind Triest (Regionalhauptstadt), Udine ("Einkaufs- und Genußstadt"), Pordenone (lange Laubengänge) und Görz (Burg!) , die immer wieder zu einem Stopp oder einer längeren Besichtigung einladen, aber auch die anderen (größeren) Städte wie Palmanova, wo vom Zentrum aus die Straßen sternförmig nach außen führen und  Cividale (von Julius Cäsar gegründet, lange Hauptstadt der Langobarden) sind sehenswert. Die bekanntesten Badeorte sind Lignano und Grado.

 

Seit einigen Jahren besuche ich dieses "Friaul", indem sich abseits der Autobahn und den größeren Städten viele kleine Dörfer, Täler und Sehenswürdigkeiten befinden, mit denen man ganze Reiseführer füllen kann. Jedes Dorf bietet etwas Interessantes, sei es etwas Kulturhistorisches, ein kleines Museum, ein geschlossenes Ensemble an alten Häusern oder einfach nur nette Plätze zum Ent- und Ausspannen. 

  

Unser erstes (näheres) Kennenlernen mit Friaul fand in Cormons statt. Weinbauzentrum mit einer netten Enoteca, die zentral in der Stadtmitte gelegen ist. Am Hauptplatz sitzend, weinverkostend mit antipasti und pane war bald beschlossen, diesen Landstrich intensiver zu besuchen.  Und Friaul hat viele nette Dörfer mit bezaubernden Plätzen und Lokalen!  Da lässt es sich vom Alltagsleben, das einen umgibt, einerseits  herrlich nach lohnenden Motiven Ausschau halten und andererseits kulinarische Genüsse (z.B.: Prosciutto di San Daniele) bzw. einen der speziellen friulanischen Weinsorten zu sich nehmen. Für Rotweinliebhaber bieten sich z.B. der Refosco (intensive rote Farbe, schmeckt nach Beeren) oder auch der Schioppettino (wird nur in einem kleinen Gebiet um Prepotto angebaut. Der Name soll vom "knistern" während des Reifens am Gaumen bzw. "zerplatzen" der dicken Schale im Mund kommen). Weißweinliebhaber genießen den Friulano, der vielen noch unter dem Namen Tocai (Friulano) bekannt ist. Seit 2008 heißt er aber aufgrund einer gesetzlichen Verordnung eben nur mehr Friulano, um eine Verwechslung mit dem ungarischen Tokaj zu vermeiden. 

Die Fotos zeigen ein paar "Ausschnitte" aus dem vielfältigen Friaul. In den letzten Jahren waren es schon einige Besuche und damit natürlich verbunden Fotos, die ich im Rahmen kommender Blogbeiträge gerne präsentieren möchte. 

 

Sollte jemand nette Plätze in Friaul kennen, freue ich mich über jede Tipp - beim Stöbern im Internet nach Empfehlungen für die  nächste Fahrt nach Oberitalien bin ich übrigens auf eine nette Seite gestoßen --> https://www.verliebt-in-italien.at/ , die ich an der Stelle gerne weitergebe. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Elena Proksch (Sonntag, 25 Juni 2017 13:21)

    Lieber Bernd,
    ich bedanke mich für die Verlinkung und die netten Worte. Dein Blick für Details und Stimmungen gefällt mir sehr. Wir stehen wahrscheinlich oft am gleichen Quadratmeter, wenn wir uns von der Schönheit der Architektur und Landschaft verzaubern lassen.
    Viele Grüße und alles Gute
    Elena

  • #2

    Lothar (Freitag, 14 Juli 2017 08:58)

    Sehr schön geschrieben und sehr wirklich sehr schöne Fotos. Dein Blog gefällt mir. Mach weiter so. Viele Grüße Lothar