Grenzland (Südburgenland)

Ein Ausflug Anfang Juni führte mich an die burgenländisch/ungarische Grenze. Das Burgenland ist das "jüngste" Bundesland von Österreich. Von den neun Bundesländern Österreichs ist es das östlichste und gemessen an seiner Einwohnerzahl das kleinste. 2021 feiert das einst zum Königreich Ungarn gehörende Land 100 Jahre Zugehörigkeit zu Österreich.

 

Mein Weg führte mich über Güssing nach Heiligenbrunn und dann ein kurzes  Stück durch kleine Ortschaften, die nahe der Landesgrenze zu Ungarn liegen.  Die Grenze zu Ungarn war viele Jahre durch den "Eisernen Vorhang" bestimmt, bis dieser 1989 auch hier fiel. Der "Grenzerfahrungsweg Bildein" lädt ein, Grenzen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkel kennen zu lernen. Sehr nachdenklich machende Stationen wie ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg, ein Schützengraben, ein ungarischer Beobachtungsturm (Foto in tieferstehender Bilderserie), ein Stück des Grenzzaunes (der "Eiserne Vorhang") und noch einiges mehr lassen sich auf einem ca. 5 km langen Wanderweg besichtigen. 

 

Das Landschaftsbild des südlichen Burgenlandes wird von Ebenen und sanften Hügeln geprägt, prädestiniert für hervorragende Weinkultur, die nun in einer grenzüberschreitenden "Weinidylle" ihren Niederschlag gefunden hat. Überhaupt steht bei der Besichtigung dieser Region die Natur im Vordergrund, u.a. ist sie auch Heimat zahlreicher Störche. Die Ortschaften sind klein bis kleinst und strahlen  (zumindest für den Besucher, der sich durch diese Gegend treiben lässt) absolute Ruhe aus.  Bach- und Flusslandschaften runden das Gesamtbild dieser Gegend ab. 

 

Einer der schönsten Plätze vom Burgenland ist das "Kellerviertel" in Heiligenbrunn. Zum Zeitpunkt meines Besuches waren gerade eifrig Restaurierungsarbeiten im Gange, weshalb ein nochmaliger Besuch sicher ins Haus steht. Das "Kellerviertel" besteht aus ca. 140 im typisch burgenländischen Stil errichte Gebäude, wovon über 100, die bis zu 200 Jahre alt sind, unter Denkmalschutz stehen. Ein Teil sind Holzblockbauten auf Lehmboden mit Stroh gedeckt. Auf vielen der Gebäude erinnert eine Jahreszahl an der Fassade an den Zeitpunkt der Erbauung. Die "jüngeren" Kellerstöckl" haben dann schon tw. halb in die Erde gegrabene Keller und ein Ziegeldach. Ein paar Bilder aus Heiligenbrunn finden sich in der Galerie zu diesem Artikel. Der Kultwein "Uhudler" wird seit über einem Jahrhundert hier angebaut. Lt. dem "Uhudlerverein" erhielt der Wein den Namen Uhudler von den Frauen der Weinbauern, weil der Blick nach übermäßigem Konsum einem „Uhu“ gleicht... . 

 

Die "Langsamkeit", die diese Gegend ausstrahlt, hat mich auch in meiner Bildgestaltung beeinflußt und so sind hier wieder einige Bilder für meine Serie "minimal scenery" entstanden, wo die minimalistische Landschaftsfotografie im Vordergrund steht.  Eine Auswahl meines dann - wetterbedingt - eigentlich gar nicht so langen Ausfluges - es war nicht einmal ein 1/2 Tag - zeige ich mit ein paar Anmerkungen in den Bildtexten  nun folgend:

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"minimal scenery" - "get inspired"

Einer meiner fotografischen Schwerpunkte, wenn ich zu Streifzügen mit der Kamera aufbreche, ist in den letzten zwei bis drei Jahren die minimalistische Landschaftsfotografie geworden. Einige dieser Bilder fasse ich in meinem fotografischen Projekt "minimal scenery" zusammen, dem ich vor knapp einem Jahr auch eine eigene Seite auf meiner Homepage gewidmet habe. Nun freut es mich sehr, dass Bilder aus der Serie "minimal scenery"  in einem Editorial in der aktuellen Ausgabe 10/2019 des  "get inspired magazines" veröffentlicht worden sind. 

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Slow-traveling in Kreta (Teil 3)

auf der fortezza in Rethymno
auf der fortezza in Rethymno

Jede Reise geht irgendwann einmal zu Ende, an vielen Eindrücken und Erlebnissen unserer Kretareise im April habe ich Sie/Euch schon in Teil 1 und Teil 2 teilhaben lassen.

Über die Besuche der Städte Chania und Rethymnon habe ich noch nicht geschrieben. Wir haben uns jeweils einen halben Tag  für die zweit - und drittgrößte Stadt auf Kreta Zeit genommen. Beide haben eine intakte, lebendige Altstadt gemeinsam, durch die es sich herrlich flanieren lässt.

 

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Slow-traveling in Kreta (Teil 2)

Unsere Reise geht weiter... (für die Leserinnen und Leser, die den ersten Teil verpasst haben, hier geht es zum Anfang des Reiseberichtes durch Kreta im April des heurigen Jahres -->Teil 1).

Beeindruckt hat uns fast täglich die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Kreter. Man fühlt sich als Tourist überall willkommen, egal ob man sich in eher touristischen Gebieten aufhält oder im Landesinneren. Hier kann es schon einmal passieren, dass man sich mit "Händen und Füßen" verständigt, wenn man die Landessprache nicht beherrscht und auch die Kreter kein Englisch sprechen.

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Slow-traveling in Kreta (Teil 1)

Motiv aus Rethymnon
Motiv aus Rethymnon

Pünktlich um 04.20 Uhr hob der Flieger in Wien Schwechat ab und nahm Kurs auf unser Ziel, Chania auf Kreta, der größten griechischen Insel. Eine kurze Nacht lag hinter uns. Da wir die Koffer leider nicht am Vorabend aufgeben konnten, war um 01.30 Uhr im Flughafenhotel Tagwache und um 02.15 Uhr die Kofferabgabe am Check-In Schalter unserer Fluglinie.

 

Das Panorama der Lefka Ori, der weißen Berge (Felsmassiv mit alpin anmutenden Gipfeln, höchster Punkt rd. 2450 m)  begrüßte uns beim Landeanflug und unsere Koffer fanden auch den Weg wieder zu uns; natürlich waren diese unter den Letzten, die sich auf dem Gepäckband befanden. Ein paar kleine Blessuren trugen Sie von ihrer ersten großen Reise gleich davon, hatte ich sie davor erst neu gekauft. 

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Umgebungsreisender

Der  Begriff "flanieren" wird im heutigen Sprachgebrauch kaum mehr verwendet? Sich als "flaneur" durch die Menge treiben lassen, mit dem Strom schwimmen und die Dinge um sich betrachten. Dieser ist meist in Großstädten unterwegs. Doch warum kann man nicht einmal durch die eigene nähere Umgebung "flanieren" ?

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Der Fotograf als "slow traveler"

Viele von uns erleben einen intensiven Alltag. Beruf, Familie, etc… füllen unseren Tag. Oft bleibt nur wenig Zeit zum Fotografieren. Die nähere Umgebung ist bei Spaziergängen schon oft genug nach Motiven “abgegrast” worden. Aber, manchmal braucht es gar nicht viel… .  

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